Inkontinenzbehandlungin der Urologie Dr. med. univ. Bayer in Kempten

Inkontinenzbehandlung

Drang-, Belastungs- und Überlaufinkontinenz

Hierunter versteht man das Unvermögen den Urin willentlich halten zu können. Es ist wohl eines der größten Tabuthemen in der Medizin und beeinträchtigt doch in sehr ausgeprägter Weise die Lebensqualität. Dies reicht von der Planung der Ausflüge nach Toiletten über das Meiden von größeren Menschenmengen bis hin zu Kontaktverlust und Vereinsamung.

Die Ursachen hierfür sind mannigfaltig, in den meisten Fällen sind diese Ursachen jedoch  leicht zu beseitigen.

Prinzipiell gibt es drei Arten von Inkontinenz

  • Dranginkontinenz, auch Urgeinkontinenz genannt
  • Belastungsinkontinenz, auch Stressinkontinenz genannt
  • Überlaufinkontinenz


Unter einer Dranginkontinenz versteht man den Verlust von Urin durch einen plötzlich einschießenden Harndrang, der nicht zu unterbrechen ist. Hierbei ist der Verschlussmechanismus der Harnblase vollkommen intakt. Vor dem unwillkürlichen Urinabgang kommt es zu einem plötzlichen Harndrang, der dann nicht mehr kontrolliert werden kann und Urin geht ab. Dieser kann so kurz vor dem Urinverlust sein, dass der Drang gar nicht wahrgenommen wird. Die Harnblase ist hierbei bei Weitem nicht gefüllt. Für diese Inkontinenzform ist es charakteristisch, dass die Patienten sehr oft die Toilette aufsuchen müssen.

Die überaktive Blase, im Volksmund auch nervöse Blase ist eine Unterform dieser Inkontinenz. Hierbei kann jedoch der Urin noch gehalten werden, die Toilette muss jedoch meist gehäuft sehr schnell aufgesucht werden.

Die Therapie der Dranginkontinenz ist meistens, nach Ausschluss anatomischer Veränderungen, eine medikamentöse ohne die Notwendigkeit einer Operation.

Bei einer Belastungsinkontinenz kommt es bei Belastungen wie z.B. beim schwer Heben, Lachen, Niesen oder Husten zu tröpchenweisem bis auch ausgeprägterem Urinverlust. Bezeichnend hierbei ist jedoch, dass vorher kein Harndrang vorhanden ist und die Harnblase in der Regel nicht komplett entleert wird. Die Ursache bei Frauen ist meist eine Überdehnung des Beckenbodens wie es bei mehrfachen Geburten oder nach jahrelanger schwerer Arbeit vorkommen kann. Hierdurch kommt es zu einer Senkung der Beckenorgane, wodurch kein ausreichender Verschlussdruck der Harnröhre mehr aufgebaut werden kann. Bei Männern ist die Ursache häufig eine Operation an der Prostata, bei der es zu einer teilweisen oder kompletten Verletzung des Schließmuskels gekommen ist.

Die Therapie der Belastungsinkontinenz besteht in krankengymnastischen Übungen zur Stärkung des Beckenbodens und in einer Gewichtsreduktion. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann bei Frauen ein medikamentöser Versuch unternommen werden. Sind all diese Maßnahmen jedoch nicht ausreichend, kann meist durch einen operativen Eingriff eine Stärkung des Verschlussmechanismus erreicht werden und somit die Inkontinenz behandelt werden.

Die Überlaufinkontinenz ist verursacht durch eine unzureichende bzw. inkomplette Blasenentleerung. Hierdurch kommt es zu einer Druckerhöhung in der Harnblase bis diese den Verschlussdruck übersteigt. Oft geht der Symptomatik ein schwacher Harnstrahl, ein gehäufter Harndrang v.a. nachts sowie ein Nachträufeln voraus. Die Ursachen hierfür sind meist eine anatomische Harnabflussbehinderung oder eine gestörte Innervation der Harnblase. Die Hauptursache bei Männern ist meistens in einer Vergrößerung der Prostata zu suchen. Diese kann zunächst medikamentös behandelt werden. Wenn dies allerdings nicht ausreicht, ist ein operativer Eingriff notwendig.

Die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Formen der Inkontinenz geschieht einmal durch Ihr Beschwerdebild und Ihre Vorgeschichte sowie durch eine einfache Untersuchung, bei der der Verschlussdruck der Harnblase sowie die Blasenmuskelaktivitäten nachgewiesen werden. Durch diese Untersuchungen kann dann genau die Ursache für die Inkontinenz herausgefunden werden und oftmals einfach dagegen vorgegangen werden.

In unserer Praxis können wir Ihnen sowohl medikamentöse und wenn diese nicht ausreichend sein sollten operative Therapieformen für viele Arten der Inkontinenz anbieten.