Männergesundheitin der Urologie Dr. med. univ. Bayer in Kempten

Männergesundheit

Wechseljahre des Mannes

Auch Männer können in die Wechseljahre kommen. Dies beschreiben die folgenden Begriffe:

  • Aging male
  • Klimakterium virile, PADAM
  • Testopause
  • Andropause


All dies sind Begriffe, die alle die gleichen Beschwerden des Mannes über 40 beschreiben können.
Diese sind:

  • Sexuelle Funktionsstörungen
  • Nachlassen der Libido
  • Unfruchtbarkeit, Rückbildung der Muskulatur und Zunahme des Körperfettanteils, v.a in der Bauchregion
  • Nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit
  • Psychische Beschwerden wie Müdigkeit, Unwohlsein oder depressive Verstimmungen mit Antriebsstörungen, Konzentrationsstörungen Haut und Haarveränderungen


Ursächlich ist ein Nachlassen der Testosteronproduktion. Ab dem 40. Lebensjahr nimmt der Testosteronspiegel pro Jahr um 1-2 % ab.

Etwa ab dem 40. bis 45. Lebensjahr können die Wechseljahre des Mannes eintreten und sich durch die oben beschriebenen Symptome bemerkbar machen. Betroffen sind in aller Regel Männer ab dem 45. Lebensjahr. Sie sind auf dem Gipfel Ihrer Schaffenskraft, haben in aller Regel beruflichen und wirtschaftlichen Erfolg erlangt und geraten durch die auftretenden Symptome, welche sich meist schleichend einstellen, unter zum Teil erheblichen Leidensdruck.

Testosteron ist das Sexualhormon des Mannes. Es wird in den Leydigschen Zwischenzellen des Hodens gebildet. Dies sind spezielle Zellen im Hodengewebe, welche den Großteil des Testosterons produzieren.

Die Ausschüttung der Androgene ist mit einem komplexen Regelkreis verbunden. Diesen zu erklären überschreitet den Rahmen hier.

Bei den betroffenen Männern ist dieser Regelkreis verändert. Der erniedrigte  Testosteronspiegel kann keinen stimulierenden Effekt auf die vermehrte Produktion des Testosterons ausüben.


Wie häufig tritt Testosteronmangel bei alternden Männern auf, und wann ist er behandlungsbedürftig?

Untersuchungen haben gezeigt, dass der Serum -Testosteronspiegel bei Männern linear ab dem 40. Lebensjahr abfällt. 15 % - 20 % der Männer über 50 Jahren weisen einen erniedrigten Testosteronspiegel auf. Bei Männern über 50 liegen bereits 15 - 20 % mit einem Serum-Testosteronspiegel unterhalb der als normal geltenden Werte. Der Serumsspiegel für Testosteron liegt zwischen 2 und 8 ng / ml. Dies bedeutet natürlich nicht, dass 20 % der männlichen Bevölkerung einer Hormonbehandlung bedürfen.

Die gemessenen Laborwerte sind Durchschnittswerte und sind sehr stark von äußeren Faktoren abhängig. Testosteron wird pulsartig ausgeschüttet. Die Hormonproduktion ist weiterhin von äußeren Faktoren wie Ernährung, körperlicher Bewegung, Stress und emotionalen Belastungen abhängig.

Die Wechseljahre des Mannes - auch Klimakterium virile genannt - liegen dann vor, wenn neben den bereits erwähnten Symptomen ein zu niedriger Serum-Testosteronspiegel festgestellt wird und andere Ursachen dieser Befindlichkeitsstörungen ausgeschlossen sind.

Für Männer, bei denen ein eindeutiger Testosteronmangel nachgewiesen wurde und die unter den typischen Symptomen der Wechseljahre des Mannes leiden, kann eine adäquate hormonelle Substitutionsbehandlung mit zusätzlichen flankierenden Maßnahmen einen wahren Segen bedeuten.  Diese Hormongabe muss jedoch unter strenger Kontrolle erfolgen, da die Hormongabe auch mit Nebenwirkungen verbunden ist.

Androgenmangel und die daraus resultierenden Symptome müssen nicht einfach hingenommen, sondern können behandelt werden.

In der Behandlung der Wechseljahre des Mannes werden die fehlenden Hormone ersetzt. Zuvor muss jedoch der aktuelle Testosteronspiegel bestimmt werden. Für eine erfolgreiche Therapie ist jedoch auch die ausgeglichene Lebensweise notwendig: Dazu gehören ausreichende körperliche Aktivität und gesunde Ernährung.

Eine erste Bestimmung des Testosteronwertes im Serum wird jedoch von der GKV nicht übernommen, nachdem das Klimakterium virile nicht als Krankheit anerkannt ist.